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Vorsicht Satire - - Worte zum Herbst Mogo
27. September
Alle mal herhören...kann nun auch ich endlich etwas Dringendes ansagen?...müsst
ihr jetzt unbedingt privat weiterquatschen?...Sollen wir nun den Gottesdienst
vorbereiten oder nicht?...Also, wer macht was?..
Alles muss ich alleine machen, keiner spurt so richtig von selbst. In
(6,5,4,3,2) 1 Woche(n) , am Sonnabend um 13.45 Uhr läuten die Glocken
den Gottesdienst ein. Was ist bis dahin nicht noch alles zu organisieren!.
Denkt ja nicht, dass mit einem fröhlichen Halleluja alles getan ist
und ihr zur Belohnung nur noch den Gashebel zur anschließenden Ausfahrt
aufzudrehen braucht.
Also Leute, ein bisschen mehr Einsatz, meinetwegen auch zack - zack! Ich
verteile jetzt die Listen, ich erwarte sie sogleich voll eingetragen zurück:
Ordner, Kuchen backen, Gottesdienstablauf, Kuchen- und Kaffeetresen. Keiner
kümmert sich um die Musik, oder? Mein Computer hat weitere Listen
ausgespuckt, tragt euch reichlich und verbindlich ein: Abwasch, Festwiese,
Gertränke, Würstchen: Was, 1000 Stück? Kauf oder Kommission?
Weist du nicht? Wenn ich schon mal etwas nicht selbst mache..... die Abwaschliste
ist noch leer, auch Männer werden dürfen sich einschreiben.
Leute , das wird mir bald zuviel; wenn weiterhin nichts klappt, schmeiße
ich den ganzen Salat hin. Ihr werdet dann schon sehen, was ihr davon habt.
Was habt ihr nur gemacht, als ich noch nicht dabei war? Na klar, euer
Chaos ging irgendwie in Ordnung, behauptet ihr jetzt. Den begleitenden
Polizisten keine Vorschriften machen? Wenn sie Probleme machen, bekommen
sie sofort von mir bescheid, da kenne ich gar nichts.
Und nicht wieder wie im letzten Jahr: Einige Kreuzungen dreifach, andere
gar nicht besetzt. Keiner an der Kreuzung Linden-Neustädter Straße?
Also Suse, du machst das, und nicht wieder knutschen, aufpassen sollst
du, verstanden? Keine Widerrede!
Und so geht es über 6 Wochen. Keiner nimmt mich und den Mogo ernst.
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie hart und undankbar mein
Job als Gottesdienst - Vorbereiterin ist. Kein noch so kleines Detail
darf dem Zufall und schon gar nicht der freien Improvisation überlassen
werden. Zunächst habe ich immer reichlich Unterstützung- allerdings
nur verbal sind alle begeistert dabei. Vor- und Ratschläge gibt es
genug. Aber beim konkreten Umsetzen werden vor allem die Jungs immer stiller,
haben Namen, Kuli und sogar Telefonnummern vergessen und schieben die
Listen weiter wie beim Ramsch. Ordner bekomme ich nur im Hebst genug,
denn dann dürfen sie die kleine Kolonne von etwa 200 Maschinen immer
wieder überholen. Im Frühjahr, beim der 10fach längeren
Korso ist das nicht möglich: Also Ordner-Notlage, regelmäßig.
Wie ein Kompaniefeldwebel muss ich dann feste Posten einteilen, manche
nennen mich daher schon Seargent Kock. Wenn ich nicht die volle Regie
bei den Gottesdiensten übernehme, verpennt jeder seinen Einsatz.
Micha-Pastor kann auch nicht alles allein machen. Wenn ich mich über
die Belastung beklage , höre ich nur ein lautlos-hämisches Grinsen.
Weil mich keiner wirklich ernst nimmt, muss ich oft so tun, als sei ich
richtig giftig, böse und des ganzen Ladens überdrüssig.
Um den eigentlichen Mogo herum bin ich wie Figaro in Mozarts Oper: hier,
dort, drunten, drüben, oben, überall ansprechbar, schwitzend
und angespannt, damit alles klappt und alle in die Puschen kommen.
Adele, es war wieder einmal ein harmonischer, lockerer und schöner
Gottesdienst, alles lief wie von selbst ab, es gab keinen Stress sondern
nur fröhliche und zufriedene Gesichter, und das viel kehlige Halleluja
klang noch lange in unsern Herzen nach. Wir danken dir für deine
Mühen. Play it again, Adele!
Wolfgang Kausch
 
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