
Es verging wieder ein Winter, mit der ersten Weihnachtsfeier der ACM´ler,
wieder Planung der Gottesdienste in 1989, Durchführung dieser, Verwendung
der Kollekte, Planung anderer Aktivitäten wie z. Bsp. Gemeinsame Wochenendtour
oder eine Nachmittags-Kaffee-Fahrt in 1989.
Auch wurde in diesem Winter überlegt, wie die Kollekte im Sinne ihrer Leitgedanken
eingesetzt werden könne. Immerhin schrieben sie es sich auf ihre Fahne,
eine lockere Gemeinschaft zu sein mit unterschiedlichen Leuten, die gemeinsam
nach christlichen Glauben und Gedanken leben und handeln wollte. Sie waren ein
freier Arbeitskreis, in dem freie Menschen und Mitglieder verschiedener Motorradclubs
zusammen arbeiteten.
Sie
waren eine Arbeitsgemeinschaft, die bemüht ist,
bewußtseinsbildend für mehr Verantwortung im Straßenverkehr
einzutreten;
das schlechte Bild der Motorradfahrer in der Öffentlichkeit zu korrigieren
und zu verbessern;
durch Kontakte, Veranstaltungen, Freizeiten und Gottesdienste Möglichkeiten
zur besseren Einübung im christlichen Glauben zu gewähren;
den christlichen Glauben an andere Motorradfahrer/-innen weiterzugeben.
Also: wie würden sie die Kollekte des Frühjahr-Gottesdienstes 1989
verwenden bzw. wohin spenden? Welche Institution kam in Frage? Welche Einrichtung?
Die Kollekte vom Mai 1988 ging an das Querschnittszentrum Boberg in Hamburg.
Dort lagen mehrere, durch Motorradumfälle querschnittsgelähmte Menschen,
denen das Geld zukommen würde.
In diesem Jahr aber, also April 1989, sollte die Kollekte für die Anschaffung
von Leitplanken-Anprall- Protektoren bestimmt sein. Diese wurde dann auch mit
einiger Verspätung von Seiten des Herstellers im Sommer 1989 geliefert
und dann, unter Einbindung in eine Nachmittags- Tour, den Zuständigen ausgehändigt.
Bei der Installation von 124 Stück beim Autobahnzubringer aus Richtung
Lübeck in Richtung Herrenbrücke und der Installation von weiteren
60 Stück bei der „Alten Kate“ aus Richtung Travemünde
halfen die ACM´ler tatkräftig mit.
Im Sommer 1989 kam auch der erste Gedanke bei ihnen auf, ein Emblem oder Stempel
ihrer Gemeinschaft zu fertigen. Die ersten Überlegungen bezogen das Holstentor,
welches auch den 50,00-DM-Schein schmückte, bereits mit ein.
Ab August 1989 setzten sich die ACM´ler mit dem Thema des Nachtfahrverbotes
ab 22 Uhr in der BRD und den Küstenorten auseinander und diskutierten auch,
ob sie mit einer Demonstration dagegen Aussicht auf Erfolg hätten, so dass
das Nachfahrverbot verschwinden würde. Und wie es denn dann so ist: steter
Tropfen höhlt den Stein.
Durch Willi Wutz kam nach einigen Gesprächen seine Schwester Beate mit
zu den ACM -Treffen. Durch sie kam dann Dirk Konopka und einige andere Postler-Kollegen
mit hinzu. Dadurch, dass Willi Wutz etwa ein Jahr lang einen Kollegen bearbeitet
hatte, kam dann Björn Schönberg, mit zur ACM. Und, wie wir heute wissen,
sind die Drei dickste Freunde, die zusammen mit Michal Bethke noch immer in
und für die ACM - Lübeck agieren und es auch verstehen zu feiern.
Nach der „Wende“ im Nov. 1989, die Grenzen der ehemaligen DDR öffneten
sich, kam es zum Frühjahrs- Gottesdienst der Motorradfahrer im April 1990
zu „ erschwerten“ Bedingungen, an die sich alle noch gerne erinnern.
Nicht nur, dass dieser Gottesdienst im Feb. 1990 auf dem Koppelsberg, bei Plön,
vorbereitet wurde, wo sie alle u. a. einen heiteren und äußerst lustigen
Spielabend, organisiert durch Beate W., erlebten, nein, auch im Vorfeld der
Vorbereitung kam es zu „amüsanten“ Erlebnissen.
Kurz vorm Gottesdienst fuhren einige ACM´ler in Richtung Schwerin und
hängten dort Plakate mit Hinweis auf den Gottesdienst im April 1990 in
St. Marien, Lübeck, auf. Auf dem Rückweg dann, nach einer kurzen Kaffee-Pause
in Schwerin, merkten sie dann aber, dass alle vorher aufgehängten Plakate
verschwunden waren!! Wie es sich herausstellte, waren diese durch sammelfreudige
Bürger der neuen Bundesländer „entwendet“ worden!!! Alle
waren weg!!!! Warum nicht auf diesem Wege etwas fürs Willkommenheißen
tun?!?
Im Februar 1990, kurz vorm Motorrad-Gottesdienst, war auch der Entwurf für
einen endgültigen Aufnäher bzw. Aufkleber und für das Gruppenabzeichen
fertig. Dieses entspricht dem Collor oder dem ACM - Abzeichen auf dem Rücken
unserer Kutte bzw. auf unserer linken „Kutten“ -Seite, wie Ihr es
auch heute noch kennt. Zusätzlich geschmückt mit den beiden Türmen
der St.-Marien-Kirche zu Lübeck und unter Einbindung eines Motorradfahrers.
Es wurde seitdem nicht wieder verändert und besteht noch heute in dieser
Form.
Unterschiedlich war die Bestimmung der Kollekten. U.a. in:
1988 Querschnittzentrum Boberg, Hmb. Berufsgenossenschaftliches Unfallkrankenhaus
1989 Schutz-Protektoren an Autobahnzubringer aus Richtung HL in Richtung Herrenbrücke
und aus Richtung Travemünde
1990/91 Ferno -HWS –Stützund Fixierkragen für Unfalltransportierende
Verbände z.B. Christop 12 in Eutin; DRK Pönitz; DRK Barsbüttel;
Berufsfeuerwehr HL; Maltester-Hilfsdienst Timmendorfer Strand
1992 Kinderzentrum Pelzerhagen für die Anschaffung neuer Hilfsmittel (Schädel-Hirntraumata)
Von Mitte 1990 bis Anfang 2000 geht die Kollekte an die August-Bier-Klinik in
Bad Malente- Gremsmühlen (Klink für Unfallopfer mit Hirnschäden);
Seit 2004 geht eine Hälfte an die St. Marien Kirche zu Lübeck und
die andere Hälfte weiter an die August-Bier-Klinik in Bad Malente - Gremsmühlen.
An dieser Zweckbestimmung halten wir auch in 2007, im Jahr unseres Jubiläums,
fest. Weitere Aktivitäten im Laufe der Zeit waren u. a.:
• Müllsammelaktion
• Schrauberwochenende/-n
• Ausfahrten für Sehbehinderte und Behinderte
• Erste-Hilfe-Kurse
• Slalom- und Geschicklichkeitsfahrten.
• Besuch von Bibelfreizeiten und der Kirchentage
• Teilnahme an den Sitzungen der GCM, Beteiligung an deren Arbeit
• Besuch verschiedener Motorrad- Gottesdienste und Teilnahme an Demo-Fahrten
in: Berlin, Hamburg, Frankfurt, Braunschweig, Westen, Kassel, etc.
• Ausrichtung des Kirchentages in Hamburg (1995) einschl. Entgegennahme
der Buchungen der Teilnehmer, Ausrichtung des Frühstücks für
ca. 1.000 Teilnehmer
• Kreuz-Trage-Aktion in der St. Marien Kirche Lübeck
• Jährliches Christbaum-Aufstellen in der St. Marien Kirche Lübeck
• Teilnahme am Osterfrühstück in der St. Marien Kirche Lübeck
• Aufstellung eines Punschstandes auf dem Lübecker Weihnachtsmarkt
(jährlich)
• Teilnahme und Präsentation auf dem Neumünster Motorrad-Weihnachtsmarkt
(jährlich)
Wie Ihr merkt: man berichtet und berichtet und berichtet immer noch weiter.
Es ließe sich noch so viel mehr berichten. Doch realistisch gesehen hat
der eine oder andere aufgrund der Länge des Berichtes eh nicht mehr bis
zum Ende gelesen.
Vielen Dank an alle tapferen Leser
eure ACM - Lübeck
Ende